Die Idee f├╝r das Naturinformationszentrum auf dem Karwendel entstand 2006. Noch im selben Jahr schrieb man den Architektur-Wettbewerb aus, den das Architekturb├╝ro Steinert & Steinert aus Garmisch-Partenkirchen mit seinem Entwurf "Fernrohr" gewann.

Der Baukörper thront - einem Riesenfernrohr gleich - auf 2244 m und ragt über die Felskante in Richtung Westen hinaus. Die Betonröhre ist in Bohlen aus heimischer Lärche gehüllt und über einen Metallsteg mit der Bergstation der Karwendelbahn verbunden. Besonders beeindruckend ist die 37 m² große Panoramascheibe, die von Innen den Blick auf das 1.300 m tiefer liegende Isartal sowie das Panorama aus Wettersteingebirge, Kranzberg und Estergebirge freigibt. Das 25-m²-Fenster an der Rückseite öffnet den Blick in die Karwendelgrube, die Heimat der Alpenschneehühner. Die Bergwelt Karwendel beinhaltet eine Ausstellungsfläche von 200 m² sowie einen Medienraum von 55 m². Im kurzen Steckbrief des Architekturbüoros finden Sie weitere Details.

Auszug aus K. Linscheids Artikel in der "Welt am Sonntag" vom 20. Juli 2008

(...) Die Architektur des Gebäudes ist so atemberaubend wie simpel. Ein 34 Meter langes und über acht Meter breites elliptisches "Fernrohr", das sieben Meter über den Abgrund hinausragt. Es ruht alleine auf einem zylindrischen Sockel, der als Treppenturm den Ausstellungsraum mit dem Medienraum verbindet. Dadurch scheint die mit Lärchenholz beplankte Röhre in der Talmulde zwischen dem aufragenden Fels und dem Karwendelhaus zu schweben.

Der geringe Bodenkontakt lässt die Landschaft, das größte Naturschutzgebiet der nördlichen Kalkalpen, weitgehend unangetastet. Bemerkenswert ist die Durchgängigkeit der Gestaltung. Das Symbol "Fernrohr" materialisiert nicht nur die Konzeption der Ausstellung, es findet sich darüber hinaus auch als statisches System zweier ineinander geschobener Betonröhren wieder, die sich gegenseitig ausbalancieren. (...) Hier finden Sie den vollständigen Artikel.

Kurze Baugeschichte

Am 14. November 2006 erteilt der Gemeinderat des Marktes Mittenwald die Baugenehmigung für das Projekt.

Der erste Spatenstich für "Deutschlands höchste Baustelle" erfolgt am 21. Mai 2007 u.a. durch den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Die Bauphase ist geprägt von logistischen Herausforderungen und Wetterkapriolen. So liegen z.B. am Morgen des 10. Juli 2007 mitten im Hochsommer 20 cm Neuschnee auf der Baustelle, Anfang September ist es sogar ein Meter Schnee, der die Mannschaft zur Pause zwingt. Weit über 1000 Tonnen Baumaterial (u.a. Kies, Fertigbeton, Holz) werden mit der Karwendelbahn zur Baustelle befördert, vieles extra in "Gondelgröße" umverpackt. Nur das Allernötigste, wie große Baumaschinen, Stromaggregate und sperriges Baumaterial (Bewehrungen) bringt der Hubschrauber auf 2244 m. Am 23. Juli 2008 ist es nach der unglaublich kurzen Zeit von nur 14 Monaten Bauzeit geschafft, und das "Fernrohr" schaut auf Mittenwald.

Am 30. Juli 2008 schließlich wird die Bergwelt Karwendel durch den bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein eingeweiht.